Ladeinfrastruktur für die Elektrobusflotte der Zugerland Verkehrsbetriebe

64 Ladestationen, Ladeleistungen von bis zu 400 kW und 21 Kilometer verlegte Einzelleiter: Mit der neuen Ladeinfrastruktur sichern die Zugerland Verkehrsbetriebe AG (ZVB) den zuverlässigen Betrieb ihrer Elektrobusflotte während der Bauzeit ihres neuen Hauptstützpunktes.

 

Wenn Busse leise und emissionsarm durch die Region Zug fahren, beginnt ihre Reise nicht auf der Strasse, sondern an der Ladestation. Während des Neubaus des ZVB-Hauptstützpunktes dient das Gaswerkareal an der Aabachstrasse in Zug als provisorischer Abstellplatz für die Busse. Eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur stellt sicher, dass die Fahrzeuge auch während dieser Übergangsphase zuverlässig für den täglichen Betrieb bereitstehen. Damit schafft das Provisorium die nötigen Voraussetzungen für einen umweltfreundlichen und zukunftsorientierten öffentlichen Verkehr in der Region.

 

Die swisspro AG realisierte als verantwortliche Elektroinstallationspartnerin sämtliche elektrotechnischen Installationen für das Projekt – von der Energieversorgung über das Netzwerk und die Gebäudeautomation bis hin zur Ladeinfrastruktur.

 

Grundlage für den elektrischen Busbetrieb

Elektrobusse prägen zunehmend den öffentlichen Verkehr. Was Fahrgäste dabei nicht sehen, ist die umfangreiche technische Infrastruktur im Hintergrund. Für die Zugerland Verkehrsbetriebe entstand eine Ladeinfrastruktur mit 64 DC-Ladepunkten und Ladeleistungen von 150 bis 400 kW.

 

Die Anlage stellt die Energieversorgung der Fahrzeuge sicher und bietet genügend Kapazität für den weiteren Ausbau der Elektrobusflotte. Damit verfügen die ZVB über eine zukunftsfähige Infrastruktur, die den heutigen Anforderungen gerecht wird und Raum für weiteres Wachstum schafft.

 

Komplexe Anforderungen hinter den Kulissen

Damit die Ladeinfrastruktur im täglichen Busbetrieb zuverlässig funktioniert, ist eine leistungsfähige technische Basis erforderlich. Hinter den sichtbaren Ladepunkten stehen Energieverteilung, Steuerungs- und Sicherheitssysteme, die sorgfältig geplant und präzise aufeinander abgestimmt wurden.

 

Eine besondere Herausforderung war die Stromversorgung der einzelnen Ladepunkte. Dafür wurden rund 21 Kilometer Einzelleiter verlegt. Die Beschaffung, Anlieferung und Verarbeitung von 292 Kabelbobinen wurde exakt auf den Baufortschritt abgestimmt. Innerhalb von sechs Wochen wurden sämtliche Einzelleiter eingezogen und angeschlossen.

 

Parallel dazu entstanden Kabeltrassen, Glasfaserverbindungen, UKV-Links sowie Steuerleitungen für Not-Aus-Systeme und Zusatzspeisungen. Zeitweise waren auf der Baustelle bis zu 15 swisspro Mitarbeitende und acht Hebebühnen gleichzeitig im Einsatz.

 

Zusammenarbeit über alle Projektphasen

Die Realisierung der Ladeinfrastruktur erforderte eine enge Zusammenarbeit zwischen Bauherrschaft, Energieversorger, Lieferanten, Planern und Elektroinstallationspartnerin. Materiallieferungen, Montage, Leitungsführung, Anschlüsse und Inbetriebnahmen griffen direkt ineinander und mussten präzise koordiniert werden. Mit Blick auf die organisatorischen Herausforderungen und den ambitionierten Zeitplan fasst Adrian Wigert, Projektleiter bei der swisspro AG Zentralschweiz, die Erfahrungen treffend zusammen: «Impossible is nothing.»

 

Unterstützt wurde die swisspro AG von erfahrenen Partnerunternehmen wie der Fricker AG (Leitungsbau), Inovolta AG (Schaltanlagenbau und Anschlüsse), BHP24 GmbH (Unterstützung), Bettermann AG (Kabeltragkonstruktionen) und Kablan AG (Einzelleiter), die ihre Fachkompetenz in den jeweiligen Bereichen einbrachten.

 

Das Projekt in Zahlen

Ladeinfrastruktur
64 DC-Ladepunkte
davon 50 Ladehauben und 14 CCS-Ladepunkte
Ladeleistungen von 150 bis 400 kW
44 Gleichrichter

 

Elektroinstallationen
21’000 Meter Einzelleiter
292 Kabelbobinen
584 Einzelleiter-Anschlüsse
1’200 Meter Kabeltrassen

 

Kommunikation und Steuerung
10’000 Meter Steuerleitungen
4’000 Meter Glasfaserleitungen
60 vorkonfektionierte Leitungen
2’700 Meter UKV-Links

 

Zukunftsfähige Infrastruktur

Für die Zugerland Verkehrsbetriebe bedeutet das Projekt vor allem eines: eine leistungsfähige Infrastruktur für den Betrieb ihrer Elektrobusflotte während der Bauzeit des neuen Hauptstützpunktes. Die Anlage stellt die Energieversorgung der Fahrzeuge sicher und ist ein wichtiges Puzzlestück auf dem weiteren Weg in Richtung Elektromobilität. Das Ziel der ZVB ist ein lokal CO₂-neutraler Linienbetrieb bis 2035.